Das „Mehr“
Einige Gedanken zu einem der wichtigsten Konzepte des Lebens der Cymdeithas-Gemeinschafter (so nennen sich die Ärzte des geheimen Clans).
Stell dir einen Kreis vor. Innerhalb dieses Kreises befindet sich alles, was du weißt, erlebt, gefühlt, begriffen und gesehen hast. Mit anderen Worten: Alles, was dir auf die eine oder andere Weise bekannt ist, liegt in diesem Kreis. Andere Menschen haben natürlich andere Dinge in ihren Kreisen, da sie ein anderes Leben geführt haben. Was also ist das Mehr? Einfach ausgedrückt ist es alles, was außerhalb deines Kreises liegt. Die Gedanken anderer Menschen sind das Mehr, Erfindungen des nächsten Jahres sind das Mehr, in der Zukunft komponierte Lieder sind das Mehr, noch unbekannte Energien sind das Mehr, deine Schutzgeister, deine Ahnen, deine Zukunft, andere Existenzebenen – sie alle sind das Mehr.
In der Cymdeithas spielt das Mehr eine entscheidende Rolle im Leben aller GemeinschafterInnen. Das geht zurück auf Eleri Haf, die sich als junges Mädchen auf eine Reise begab, um das Mehr zu finden. Wenn du alle Bücher gelesen hast, weißt du, dass sie am Ende die Cymdeithas fand und so viele Dinge zum Clan beitrug, dass eine Cymdeithas ohne Eleri Hafs Einfluss, ihre Bücher, ihre Erfindungen und ihre Philosophie kaum vorstellbar ist.
Für GemeinschafterInnen ist das Mehr das, wonach man grundsätzlich sucht. Ein Kuss? Ein Clanmitglied wird das Mehr im Kuss suchen. Kopfschmerzen? Das Clanmitglied wird das Mehr darin ergründen. Ein Tanzschritt? Die Gemeinschafterin wird nach neuen Wegen suchen, ihn auszuführen, ihn zu fühlen und ihn ins Leben zu integrieren. Man könnte also sagen, dass die Suche nach dem Mehr eine Geisteshaltung ist. Eine Einstellung, die mehr am Unbekannten interessiert ist als am Bekannten. Was auch immer du in deinem Kreis hast, kennst du bereits; alles außerhalb davon ist das Mehr, auf das du dich konzentrieren kannst.
In dieser Geisteshaltung steckt viel Wertvolles. Wenn du anfängst, in jedem alltäglichen Gespräch nach dem Mehr zu lauschen, macht dich das zu einem besseren Zuhörer. Wenn du im Essen nach dem Mehr suchst, wirst du neue Dinge und neue Rezepte ausprobieren. Wenn du in der Musik nach dem Mehr suchst, wirst du wahrscheinlich den Zauber einer zweiten Stimme entdecken – einer, von der du nicht gewusst hast, dass sie existiert.
Aber das Mehr ist mehr. Es bedeutet, einen Baum nach seiner Meinung zu fragen. Es bedeutet, der Logik eines Tieres Respekt zu zollen. Es bedeutet, den Vollmond zu betrachten und seinen blauen Schimmer zu entdecken. Es bedeutet, dem Klang von Stolz Aufmerksamkeit zu schenken. Es bedeutet, nach dem Ursprung einer Idee zu fragen.
Du verstehst, worauf es hinausläuft. Fakt ist: Es gibt nichts Fesselnderes, nichts Befriedigenderes, nichts Abenteuerlicheres, als sich auf die Suche nach dem Mehr zu begeben. Wie man das tut, ist in den Büchern bestens beschrieben.







































